Patientengeschichten
Nazaris Geschichte
Befund:
Zustand nach tiefgradigen Verbrennungen beider Füße. Ausgeprägte Narbenzüge, eingeschränkte Belastbarkeit, schmerzhafte Fehlstellung. Für Nazari bedeutete das: stehen nur kurz. Gehen mit Vorsicht. Rennen gar nicht. Er war elf Jahre alt – und wusste sehr genau, was er nicht konnte.
Therapie:
Narbenstranglösungen und Spalthauttransplantation am rechten Fuß. Freie Lappenplastiken beider Füße. Umstellungsosteotomie links, externe Fixation. Zwischen diesen Worten liegen Monate. Krankenhauszimmer. Verbände. Geduld. Nazari lernte früh, still zu sein, wenn es weh tat. Und zu warten, wenn andere Kinder spielten.
Verlauf:
Mehrere operative Eingriffe erforderlich. Schrittweise Verbesserung der Beweglichkeit. Belastungsaufbau empfohlen. Nazari erinnert sich nicht an alle Operationen. Aber er erinnert sich daran, wie es war, das erste Mal wieder aufzustehen. Wie sich der Boden unter seinen Füßen anfühlte. Unsicher. Fremd. Und doch richtig.
Aktueller Status:
Beide Füße belastbar. Weitere Korrekturen geplant. In der Sprache der Medizin ist das ein nüchterner Satz. Für Nazari bedeutet er alles. Er kann heute wieder stehen, ohne sofort zu schwanken. Er kann gehen, ohne bei jedem Schritt Angst zu haben. Manchmal vergisst er sogar, vorsichtig zu sein – bis ihn jemand daran erinnert, langsam zu machen.
Prognose:
Langfristige Begleitung erforderlich. Nazari weiß, dass sein Weg noch nicht zu Ende ist. Aber er weiß jetzt auch, dass sein Körper wieder trägt. Und manchmal reicht genau das: zwei Füße, die halten. Und ein Arztbrief, in dem nicht mehr steht, was unmöglich ist.
placet e.V. – Heilung. Hoffnung. Neubeginn.
